Von Die Luzie

Wenn pflegende Angehörige überfordert sind

Ambulante Pflege durch Die Luzie

Sie kümmern sich um die Pflege, halten Termine im Blick und sind ständig ansprechbar. Für Ihren eigenen Schlaf, Arztbesuche oder Freunde bleibt immer weniger Zeit. Wenn die Kraft nachlässt, braucht der Pflegealltag andere Absprachen.

Sind pflegende Angehörige überfordert, brauchen sie Entlastung bei konkreten Aufgaben und Zeit zur Erholung. Pflegeberatung hilft, Unterstützung zu planen. Anhaltende körperliche oder seelische Beschwerden gehören in ein Gespräch mit der Hausarztpraxis.

Entlastung beginnt oft mit einer Aufgabe, die jemand anderes vollständig übernimmt. Dazu gehört auch, Rückfragen zu klären und den nächsten Termin zu organisieren.

Die Luzie begleitet Senioren im Alltag in Neuruppin, Pritzwalk, Rheinsberg und Wittstock/Dosse und betreibt eine Tagespflege in Rheinsberg.

Was hilft, wenn pflegende Angehörige überfordert sind?

Sprechen Sie eine vertraute Person oder eine Pflegeberatungsstelle an und benennen Sie die Aufgabe, die Sie gerade am meisten belastet. Vereinbaren Sie möglichst konkret, wer diese übernehmen kann. Bei eigenen gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich zusätzlich an Ihre Hausarztpraxis.

Vielleicht müssen Sie nachts häufig aufstehen. Vielleicht füllen Einkäufe, Arzttermine und die Versorgung Ihres Angehörigen inzwischen fast jeden freien Tag. Auch das ständige Nachdenken darüber, ob alles erledigt ist, gehört zur Belastung. Sie müssen nicht erst körperlich zusammenbrechen, bevor Sie Unterstützung anfragen.

Mögliche Anzeichen einer Überlastung sind zum Beispiel:

  • Sie schlafen schlecht oder fühlen sich ungewöhnlich müde.
  • Sie sind häufig gereizt, unruhig oder niedergeschlagen.
  • Sie können sich schlechter konzentrieren.
  • Kopf-, Rücken- oder Magenbeschwerden treten wiederholt auf.

Diese Beschwerden können auch andere Ursachen haben. Eine Liste ersetzt deshalb keine ärztliche Abklärung. Erzählen Sie in der Praxis auch, welche Pflegeaufgaben Sie übernehmen und wie viel Erholung Ihnen bleibt.

Für die erste Bitte um Hilfe genügt eine konkrete Situation: „Ich schaffe den Einkauf nach der Arbeit nicht mehr. Kannst du ihn diese Woche übernehmen?“ Wer Ihre Belastung von außen kaum sieht, erfährt so, was Sie tatsächlich brauchen. Bleibt diese Aufgabe regelmäßig bei Ihnen hängen, sollte aus der einmaligen Hilfe eine neue Absprache werden.

Wie geben Sie Pflegeaufgaben und Verantwortung ab?

Übergeben Sie eine klar benannte Aufgabe mit einem Zeitpunkt und einer zuständigen Person. Besprechen Sie auch, wer Rückfragen klärt und bei einem Ausfall einspringt. So bleibt die Organisation nicht automatisch weiterhin bei Ihnen.

  1. Belastung aufschreiben. Notieren Sie, was Ihnen besonders viel Kraft nimmt. Dazu können das Waschen, wiederholte Telefonate, Fahrten oder die Planung von Terminen gehören. Auch die unterbrochenen Nächte sind wichtig.
  2. Eine Aufgabe auswählen. Beginnen Sie mit der Hilfe, die Ihren Alltag konkret erleichtern würde. Besprechen Sie mit Ihrem Angehörigen, was jemand anderes übernehmen soll und was ihm dabei wichtig ist.
  3. Zuständigkeit vollständig klären. Wer einen Einkauf übernimmt, kann auch die Einkaufsliste abstimmen. Wer einen Termin organisiert, sollte nach Absprache auch Rückfragen und die Fahrt klären. Medizinische oder rechtliche Entscheidungen brauchen die entsprechende Zuständigkeit und Berechtigung.
  4. Freie Zeit fest vereinbaren. Halten Sie fest, wann Sie nicht für die Pflege eingeplant sind und wer in dieser Zeit die nötige Unterstützung übernimmt. Eine Pause lässt sich besser nutzen, wenn nicht jede Rückfrage wieder bei Ihnen ankommt.
  5. Die Absprache überprüfen. Besprechen Sie nach den ersten Einsätzen, ob die Hilfe ausreicht und die freie Zeit tatsächlich entsteht. Klären Sie, was passiert, wenn die eingeplante Person krank wird oder absagt.

Geben Sie nur die Informationen weiter, die für die Aufgabe nötig sind, und stimmen Sie dies mit Ihrem Angehörigen ab. Eine kurze Notiz mit vereinbarter Tätigkeit, Termin und Kontakt kann unnötige Rückfragen vermeiden.

Wenn Sie die Pflege nur noch mit großer Mühe sicherstellen können, wenden Sie sich an die Pflegekasse oder einen Pflegestützpunkt. Die Pflegeberatung nach § 7a SGB XI hilft Anspruchsberechtigten, passende Leistungen und einen persönlichen Versorgungsplan zusammenzustellen. Auf Wunsch der pflegebedürftigen Person können Angehörige einbezogen werden. Der Anspruch kann auch nach einem Leistungsantrag bestehen, wenn ein Hilfe- und Beratungsbedarf erkennbar ist.

Welche Unterstützung schafft freie Zeit im Alltag?

Die passende Unterstützung übernimmt Aufgaben, die Sie regelmäßig beanspruchen. Ein Pflegedienst kann einzelne Pflegehandlungen übernehmen, Alltagshilfe entlastet bei Betreuung oder Haushalt. Eine Tagespflege kann größere Zeiträume am Tag abdecken. Entscheidend sind der tatsächliche Bedarf und die vereinbarten Zeiten.

Was belastet Sie besonders? Welche Hilfe kommt infrage? Was sollten Sie klären?
Waschen, Anziehen oder Hilfe beim Essen Ambulante Grundpflege Benötigte Tätigkeiten, Häufigkeit und mögliche Besuchszeiten
Einkäufe, Wäsche und Reinigung Unterstützung im Haushalt Welche Aufgaben abgegeben werden und wer sie vorbereitet
Ihr Angehöriger braucht Gesellschaft und Beschäftigung Alltagsbegleitung Wünsche der begleiteten Person und benötigte Unterstützung während Ihrer Abwesenheit
Sie brauchen zusammenhängende freie Zeiten am Tag Tagespflege Geeignete Besuchstage, Betreuung und Pflege, Anfahrt und Rückkehr
Pflege zu Hause ist vorübergehend nicht möglich Kurzzeitpflege in einer Einrichtung Passender Platz, Zeitraum, Versorgung danach und Finanzierung

Das Zentrum für Qualität in der Pflege beschreibt diese Entlastungsmöglichkeiten und weist auch auf Zugangsprobleme hin. Ein Angebot muss vor Ort verfügbar sein und zeitlich zu Ihrer Situation passen. Fragen Sie deshalb konkret nach dem möglichen Beginn und der Hilfe, die übernommen werden kann.

Die Finanzierung richtet sich nach der Leistung und dem Anspruch Ihres Angehörigen. Bei häuslicher Pflege steht ab Pflegegrad 1 ein Entlastungsbetrag von bis zu 131 Euro monatlich für geeignete Leistungen zur Verfügung. Er erstattet Kosten und ist kein frei ausgezahltes Pflegegeld.

Für Tagespflege gibt es ab Pflegegrad 2 einen zusätzlichen Leistungsanspruch neben Pflegegeld und ambulanten Pflegesachleistungen. Trotzdem können eigene Kosten entstehen. Lassen Sie sich vor Beginn erklären, was die gewünschte Hilfe kostet, welchen Anteil die Pflegekasse übernimmt und was Sie selbst zahlen.

Wenn einzelne Handgriffe unsicher oder körperlich sehr anstrengend sind, fragen Sie die Pflegekasse nach einem kostenfreien Pflegekurs. Dort können Sie den Umgang mit Hilfsmitteln und pflegerische Fertigkeiten erlernen. Eine Schulung kann praktische Sicherheit geben; fehlende Unterstützung bei der täglichen Pflege muss zusätzlich organisiert werden.

Wer hilft Ihnen bei Erschöpfung und seelischer Belastung?

Ihre Hausarztpraxis ist eine Ansprechstelle für anhaltende Erschöpfung, Schlafprobleme oder Niedergeschlagenheit. Psychologische Beratung und Angehörigengruppen können zusätzlich helfen, belastende Gedanken zu besprechen. Dafür müssen Sie nicht warten, bis die gesamte Pflege neu organisiert ist.

Sagen Sie in der Praxis deutlich, dass es um Ihre eigene Gesundheit geht. Beschreiben Sie Ihre Beschwerden und die Aufgaben, die Sie übernehmen. Gemeinsam lässt sich klären, welche Untersuchung oder Behandlung nötig ist und ob weitere Unterstützung sinnvoll wäre.

Eine psychologische Onlineberatung für gesetzlich versicherte pflegende Angehörige bietet pflegen-und-leben.de kostenfrei an. Die Beratung erfolgt schriftlich oder per vereinbartem Videogespräch. Sie eignet sich auch, wenn das Verlassen der Wohnung für Sie gerade schwer zu organisieren ist. Für eine akute Krise ist die schriftliche Beratung nicht gedacht: Laut Betreiber kommt die erste Antwort innerhalb einer Woche.

In einer Angehörigengruppe können Sie mit Menschen sprechen, die ähnliche Aufgaben und Gefühle kennen. Fragen Sie bei der Pflegeberatung nach passenden Gesprächsangeboten vor Ort oder online. Sie entscheiden, ob Ihnen dieser Austausch guttut.

Wenn die Situation gerade eskaliert

Wenn Sie befürchten, die Beherrschung zu verlieren, unterbrechen Sie die Auseinandersetzung und holen Sie Unterstützung dazu. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Angehöriger während einer Pause sicher versorgt bleibt. Das ZQP nennt Hilfen bei Aggressionen und Gewalt in der Pflege und passende Krisentelefone.

Bei Lebensgefahr oder wenn bleibende Schäden nicht ausgeschlossen werden können, rufen Sie 112. In dringenden, nicht lebensbedrohlichen Situationen außerhalb der Praxiszeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Die Übersicht des Bundesgesundheitsportals zu Notfallnummern erklärt die Zuständigkeiten. Bei akuter Gefahr für sich oder andere sollten Sie sofort Hilfe holen und nicht auf einen regulären Beratungstermin warten.

Häufige Fragen zur Überforderung bei der Pflege

Muss ich ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich einen Pflegedienst einschalte?

Unterstützung anzunehmen bedeutet, Pflegeaufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen. Sie können Ihrem Angehörigen weiter nahestehen, auch wenn jemand anderes beim Waschen oder Anziehen hilft. Schuldgefühle verschwinden dadurch nicht unbedingt sofort. Sprechen Sie darüber mit einer vertrauten Person oder in einer Beratung und benennen Sie, welche Aufgaben Ihre Kraft übersteigen.

Was kann ich tun, wenn mein Angehöriger Hilfe ablehnt?

Fragen Sie, was an der Unterstützung stört. Vielleicht sind es fremde Menschen in der Wohnung, unklare Kosten oder Sorge um die eigene Selbstständigkeit. Besprechen Sie eine überschaubare Hilfe, die Ihr Angehöriger ausprobieren möchte. Sagen Sie zugleich, welche Aufgaben Sie selbst noch übernehmen können. Bei festgefahrenen Gesprächen kann eine gemeinsam gewählte Beratung unterstützen.

Was hilft, wenn niemand aus der Familie Aufgaben übernehmen kann?

Benennen Sie gegenüber der Pflegeberatung genau, welche Versorgung fehlt und zu welchen Zeiten. Auch ohne familiäre Vertretung können professionelle oder ehrenamtliche Angebote geprüft werden. Ist ein angefragter Dienst ausgelastet, sagen Sie der Beratungsstelle, welche Lücke weiter besteht. Eine noch unbeantwortete Anfrage ist keine gesicherte Versorgung.

Darf ich die Pflege zu Hause neu überdenken?

Die Organisation der Pflege darf neu besprochen werden, wenn sich der Bedarf oder Ihre eigene Gesundheit verändert. Lassen Sie gemeinsam prüfen, welche Unterstützung zu Hause noch möglich ist und wann eine andere Versorgung gebraucht wird. Beziehen Sie die Wünsche Ihres Angehörigen ein. Ein früheres Versprechen nimmt Ihnen nicht die Möglichkeit, Ihre heutigen Grenzen offen anzusprechen.

Entlastung mit der Luzie besprechen

Die Luzie unterstützt Sie mit Alltagsbegleitung und mit Tagespflege in Rheinsberg. Bei der Alltagsbegleitung gehen wir mit Ihrem Angehörigen spazieren, spielen Brettspiele, basteln oder nehmen uns Zeit für ein Gespräch. In der Tagespflege gehören gemeinsame Mahlzeiten, Beschäftigung und die benötigte Pflege zum Tag.

Erzählen Sie uns, welche Aufgabe Ihnen gerade zu viel wird. Für Ihre Anfrage helfen uns der Wohnort Ihres Angehörigen, die gewünschte Unterstützung, passende Tage und der gewünschte Beginn. Nennen Sie auch einen vorhandenen Pflegegrad.

Wir besprechen mit Ihnen, welche Hilfe wir übernehmen können, welche Zeiten möglich sind und welche Kosten entstehen. Wenn Sie während der Begleitung nicht da sein möchten, klären wir auch, welche Unterstützung Ihr Angehöriger in dieser Zeit braucht.

Entlastung mit der Luzie besprechen